Learning Analytics – mehr als ein „Überwachungstool“

„Digital Big Brother“, Coaching, Qualitätsmanagement – mit diesen drei Schlagwörtern lassen sich die Gefahren, aber auch die Ziele und Chancen von Learning Analytics umschreiben.

Durch den Hinweis auf das Erheben von Daten wie z.B. Nutzungsdauer, Anwesenheit/Häufigkeit, Beteiligungsgrad und Ergebnisse der Lerner in Relation zur Nutzung der E-Kurse drängen sich unwillkürlich Gedanken an Überwachungsstrukturen à la Orwell auf. Angesichts von Datenschutz wäre zu klären: Welche Daten müssen wirklich erhoben werden? Wie werden diese Daten verwaltet, geschützt, wer hat Zugriff darauf? Wie lange werden sie archiviert? Ist eine anonymisierte Erhebung in Anbetracht der weiteren grundsätzlichen Ziele überhaupt wünschenswert?

Andererseits sollen aus gerade diesen Daten Erkenntnisse für künftige Lernarrangements durch die Bildungsinstitution bzw. den  – u.U. auch kommerziellen – Anbieter sowie für die neu- bzw. andersartige Organisation des Lerners gewonnen werden.

Damit reihen sich LA in Konzepte des Qualitätsmanagements mit Selbst- und Fremdevaluation ein, die inzwischen in den Schulen Einzug gehalten haben. Letzten Endes wird hiermit für digitale Lernszenarien ein Tool in Aussicht gestellt, das den Lehr- und Lernprozess auf der Metaebene ins Visier nimmt. Vorausgesetzt die Beteiligten machen sich in ihrem Arbeitsprozess Reflexion als grundsätzliche Haltung bzw. Themeninhalt eines jeden Lern- und Entwicklungsprozesses zu Eigen. Ist dies der Fall, können LA durch ihre zukunftsorientierte Zielsetzung als Bereicherung für eine gezielte Weiterentwicklung von persönlichem Arbeitsstil, von zur Verfügung gestellten Arbeitsmedien und Lernarrangements fungieren – eine Chance, die es sicher wert macht, sich mit den Gefahren im Bereich des Datenschutzes problemlösend auseinanderzusetzen.

So bleibt zum Schluss für Schulen die Frage nach der Realisierbarkeit: Wer stellt das Know-how für LA zur Verfügung? Welche Trainings brauchen Lehrer von heute für das Lehren von morgen? Welche Kosten sind zu erwarten? Wer übernimmt diese? Wie können kritische Stimmen (z.B. aus den Elternhäusern) überzeugt werden?

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Über Friederike Hausmann

Interessiert an Schul- und Unterrichtsentwicklung, Gruppenthemen, Kommunikation, TZI u.v.m.
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Eine Antwort zu Learning Analytics – mehr als ein „Überwachungstool“

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